Corona – Länger arbeiten in Krisenzeiten

Osnabrück, 9. April 2020.

Axel Busch, Hauptgeschäftsführer des Industriellen Arbeitgeberverbands Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim zur Verordnung zu Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz infolge der COVID-19-Epidemie (COVID-19-Arbeitszeitverordnung):

IAV-Hauptgeschäftsführer Axel Busch begrüßt die COVID-19-Arbeitszeitverordnung zur Lockerung des Arbeitszeitgesetzes für einige Branchen und Berufe, die – sobald sie im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist – in Kraft tritt. „Es ist ein erster richtiger Schritt, um die Schwierigkeiten in der Anwendung von Arbeitszeitregelungen in den systemrelevanten Bereichen in den Griff zu bekommen“, betont er. Gleichzeitig gehen ihm die Regelungen nicht weit genug: „An der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, des Gesundheitswesens und der pflegerischen Versorgung, der Daseinsvorsorge oder zur Versorgung der Bevölkerung mit existenziellen Gütern spielen vielfältige Dienstleistungen und Produktionen schon im Vorfeld eine wichtige Rolle, die hier unberücksichtigt sind. Ich plädiere daher für eine Ausweitung auf alle Dienstleistungen und Produktionen, die die Tätigkeiten in den systemrelevanten Branchen und Berufen erst ermöglichen.“.

 

Mit Blick auf die Zeit nach Corona fordert Busch:
„Unabhängig von der Corona-Krise ist das deutsche Arbeitszeitgesetz schon länger nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert Busch. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die vorgeschriebene tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden und die am Stück zu gewährende Ruhezeit von elf Stunden. „Diese Regelungen sind angesichts der Möglichkeiten der Digitalisierung zu restriktiv. Daher muss – unabhängig von den aktuellen Herausforderungen – das Arbeitszeitgesetz grundsätzlich modernisiert werden, damit es dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerwunsch nach mehr Flexibilität gleichermaßen gerecht wird“, betont Busch. „Wir benötigen intelligente Lösungen, damit Arbeitgeber nach der Corona-Krise wieder erfolgreich agieren können“.