Entgeltverlust bei Urlaub in Risikogebieten
Osnabrück. Urlaub in Risikogebieten kann nachträglich zum Entgeltverlust führen. Darauf weist der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim (IAV) hin.

Osnabrück, 25.06.2020.

Sommerfeeling liegt in der Luft und die Hauptreisezeit steht unmittelbar bevor. Trotz der Corona-Pandemie sehnt sich so mancher nach Sommer, Sonne, Strand und Meer. Aber wohin problemlos und sicher verreisen? Um jetzt noch den Sommerurlaub an Deutschlands Küsten buchen zu wollen, muss einem das Glück hold sein. Dort sind die Hotels und Ferienunterkünfte vielerorts bereits ausgebucht. Vielleicht anderswo in Deutschland oder gar ins Ausland?

Beim Antritt einer Auslandsreise sollte man jedoch besonders achtsam sein. Zählt das Urlaubsziel aus Infektionsgesichtspunkten laut dem Robert-Koch-Institut oder dem Auswärtigen Amt zum Risiko- oder Gefährdungsgebiet, kann dies nach Urlaubsrückkehr zu erheblichen Einschränkungen im Arbeitsverhältnis führen. So müssen zum Beispiel Urlaubsrückkehrer aus Schweden, der Türkei oder dem Kosovo sich unverzüglich auf direktem Weg für vierzehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Und das kann arbeitsrechtliche Folgen haben. Jasmin Markhof, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin Arbeits- und Tarifrecht beim IAV merkt an: „Falls sich Arbeitnehmer nach ihrem Urlaub in die häusliche Quarantäne begeben müssen, braucht der Arbeitgeber ihnen für diesen Zeitraum kein Entgelt zu zahlen. Es sei denn, die Arbeitsleistung kann nach vertraglicher Vereinbarung im Homeoffice oder häuslicher mobiler Telearbeit erbracht werden“. Damit nach dem Urlaub nicht das böse Erwachen folgt, empfiehlt Markhof: „Vor der Buchung des Sommerurlaubs sollte man sich umfassend über die derzeit geltenden Reise- und Sicherheitshinweise informieren. Falls der Arbeitnehmer bereits seinen Urlaub in einem Risikogebiet gebucht haben sollte, sollte er unverzüglich mit seinem Vorgesetzten die weitere Vorgehensweise abstimmen. Bei einer privaten Reise während der Urlaubszeit sollten sich die Beschäftigten über die möglichen Einschränkungen wie Aussetzung der Entgeltfortzahlung im Klaren sein“. Eine häusliche Quarantäne kann aber auch vermieden werden: Einreisende müssen mit einem ärztlichen Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache nachweisen, dass sie kurz vor Einreise nach Deutschland getestet wurden und nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

Allerdings kann nicht nur die anschließende vierzehntägige häusliche Quarantäne zur Aussetzung der Entgeltfortzahlung führen. Die „Lohntüte“ bleibt auch für den Zeitraum leer, wenn der Arbeitnehmer wegen nationaler Bestimmungen vor Ort das Urlaubsland nicht mehr verlassen darf, weil er beispielsweise dort unter Quarantäne gestellt wurde oder Flugverbindungen aufgrund der Virusausbreitung gekappt wurden.

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