Industrie sieht geplante Mindestlohnanhebung kritisch

Osnabrück, 01.07.2020.

Zur gestrigen Empfehlung der Mindestlohnkommission, den Mindestlohn in mehreren Schritten von derzeit 9,35 € bis auf 10,45 € im Juli 2022 zu erhöhen, äußerte sich der Vorstandsvorsitzende des Industriellen Arbeitgeberverbands Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim Olaf Piepenbrock kritisch.

Die Kommission richte sich normalerweise nach der durchschnittlichen Lohnerhöhung der letzten zwei Jahre, die aktuell auf + 5,7 % beziffert werde. Mehr hätte es also laut Regelwerk der Kommission nicht sein dürfen. „Dass die Festsetzung des Mindestlohns zum politischen Spielball wird und hier eine überproportionale Steigerung festgeschrieben wird, ist ordnungspolitisch höchst fragwürdig. Ein so großer Aufschlag passt nicht in die kommende Zeit.“ Wer glaube, angesichts der Coronalage mit diesem Mittel die Kaufkraft zu stärken, lasse außer Acht, dass eine Erhöhung des Mindestlohns in vielen Unternehmen die Liquidität zusätzlich belaste und gegebenenfalls Arbeitsplätze kosten werde - damit sei niemandem geholfen. Vernünftig an dem Vorschlag, so Piepenbrock, sei daher, dass die erste Erhöhungsstufe auf 9,50 € zum 01.01. nur 1,6 % betrage.