Krankschreibung am Telefon darf nur vorübergehende Ausnahme sein

Osnabrück, 25. März 2020.

Arbeitgeberverband akzeptiert Maßnahme wegen der Eindämmung von Infektionsrisiken

Als „außergewöhnlich, aber in der momentanen Situation ein richtiger Schritt“ bezeichnet der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim (IAV) die neue, noch einmal ausgeweitete Regelung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbands angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus. Demnach können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege oder bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus ab sofort nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Bislang ging dies für bis zu 7 Tage.
„Für die Arbeitgeber ist nachvollziehbar, wenn in dieser sich derzeit täglich verschärfenden Situation eine Maßnahme zur Entlastung von Arztpraxen und zur Eingrenzung des Ansteckungsrisikos ergriffen wird. Wir alle tragen Verantwortung dafür, die Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen. Mit der erweiterten Krankschreibungsmöglichkeit gehe es auch darum, das Personal im medizinischen Bereich zu entlasten und zu schützen. Aber, und das ist wichtig: Die Regelung muss zur Vermeidung von Missbrauch eine krisenbedingte, befristete Ausnahme bleiben, mit der alle verantwortungsvoll umgehen", so Axel Busch, IAV-Hauptgeschäftsführer.
Nach der Einführung der telefonischen Krankschreibungsmöglichkeit sei in vielen Unternehmen ein sprunghafter Anstieg der Krankmeldungen erfolgt. Er hoffe, dass möglichst viele gesund blieben. Er sei sich aber auch sicher, dass die meisten Menschen damit verantwortungsvoll und nicht leichtfertig umgehen, denn es sei angesichts der Krise auch wichtig, dass Gesunde nach wie vor arbeiten, damit in den Unternehmen der Betrieb soweit wie möglich aufrecht erhalten werden könne.